Wolf

Fakten zum Herdenschutz in Österreich und im Alpenraum

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Autor: Kurt Kotrschal

(Stand Nov 2018)

Wolfsverhalten und die Notwendigkeit von Herdenschutz

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Kurt Kotrschal mit Herdenschutzhund

Ob wir auch in Österreich wieder nachhaltig mit Wölfen zusammenleben können, wird die Qualität des Herdenschutzes entscheiden. Viele Beispiele zeigen, dass dieser angepasst an jede Geländeform möglich ist. Der Wolf ist sicherlich nicht der „Totengräber“ der Weidewirtschaft“, wohl aber eine zusätzliche Erschwernis.
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„Wolfsfreie Zonen“, etwa in Analogie zu „rotwildfreien Zonen“, lösen das Problem der Nutztierverluste nicht, da Wölfe sehr bewegliche Tiere sind und schwieriger zu bejagen als Rotwild. Es würde in solchen Zonen immer wieder zu Verlusten an ungeschützten Weidetieren durch durchziehende Wölfe kommen. Zudem lernen durchziehende Jungwölfe (Disperser) dadurch von Nutztieren zu leben und werden somit zu „Problemwölfen“ gemacht. Wenn „wolfsfreie Zone“ bedeutet, dass man dort die Ansiedlung von territorialen Rudeln verhindern will, wäre das im Sinne von Schadensvermeidung kontraproduktiv.

Verhaltensbiologischen Erkenntnisse zeigen, dass

  1. etablierte Rudel sehr effizient „dichteabhängige Regulation“ praktizieren. Damit steigen lokale Wolfsdichten nicht an, weil sie Nachbarrudel auf Distanz halten und durchziehende Wölfe vertreiben oder töten.
  2. effizienter Herdenschutz von Beginn der Wolfseinwanderung an praktiziert werden muss, weil Wölfe damit angehalten sind, sich auf Wildtiere als Beute zu spezialisieren; sie geben diese Traditionen im Rudel an ihre Nachkommen weiter und sorgen so für eine lokale „Befriedung“. Bejagung von Wölfen kann diese Regulationsmechanismen stören. Untersuchungen zeigen, dass mit der Bejagung von Wölfen Nutztierschäden steigen können.

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