Wolf

Wolfsschutzzäune – Lehrvideos zu Empfehlungen in Österreich und dem Wolfsverhalten bei Elektrozäunen

Der WWF Österreich hat im Rahmen eines LIFE+ Projektes zusammen mit der European Wilderness Society und Agridea sehr gute, kurze Lehrvideos zu Herdenschutzzäunen in Österreich und dem Wolfsverhalten bei Elektrozäunen erstellt.

Sehenswert für alle Halter von Weidetieren und Interessierte.

Schnell anschauen und weiter verbreiten.

 

Naturschutz

Positionspapier zu Naturschutzzielen

PDF zum Download hier

Welche Natur wollen wir schützen – und warum?

Autor: Wolfgang Scherzinger

(Stand: April 2019)

In Kürze:

Naturschutz ist eine kulturelle Leistung, die sich am gesellschaftlichen Wertesystem orientiert. Dieses unterliegt einem steten Wandel, wobei in den Anfangsjahren des Naturschutzes das Kriterium der Ästhetik einer reich gegliederten Kulturlandschaft im Vordergrund stand, während Kriterien wie Ursprünglichkeit, Naturnähe oder Wildnis erst in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewannen. Die noch junge Besinnung auf das örtliche Naturerbe stimulierte zur Gründung großer, nutzungsfreier Schutzgebiete. Die künftige Aufgabenstellung wird sich aber nicht allein auf ein Bewahren des Kultur- und Naturerbes beschränken können (als Vergangenheitsorientiertes Bewahren von Natur), vielmehr vor die große Herausforderung gestellt sein, völlig neue Konzepte zur naturschonenden und nachhaltigen Landnutzung zu entwickeln, die auch die Qualität des Lebensraumes für Mensch und Mitwelt berücksichtigt (als Zukunftsorientiertes Entwickeln von Natur). Wenn auch anthropozentrisch-utilitaristische Argumente für den Schutz von Natur deutlich dominieren, so wird das Engagement doch vorwiegend von rein emotionalen Motiven angetrieben. Die Naturschutz-Praxis ist daher durch die Dichotomie, was müssen und was wollen wir schützen? gekennzeichnet.

Schlüsselworte: Naturschutz-Kriterien, Ästhetik, Naturnähe, Vielfalt, Identität, Nachhaltigkeit, Dynamik-Konzept, Eigenwert von Natur Weiterlesen „Positionspapier zu Naturschutzzielen“

Luchs

Positionspapier Luchs

PDF zum Download hier

Fakten zum Eurasischen Luchs (Lynx lynx):
Die aktuelle Situation in Österreich

(Stand: April 2019)

In Kürze: 

  • Der Luchs war in Österreich – wie im gesamten Alpenraum und im Böhmerwald – komplett ausgerottet. Die heutigen Vorkommen begründen sich alle aus Wiederansiedlungsprojekten.
  • Dauerhafte Vorkommen mit Reproduktion (Jungtiere) gibt es in Österreich derzeit nur im Mühlviertel (OÖ), im Waldviertel (NÖ), im Bereich des Nationalpark Kalkalpen (OÖ) und seit Kurzem auch in Vorarlberg.
  • In Österreich gibt es aktuell ungefähr 25 selbstständige Luchse (adulte Tiere und subadulte Tiere).
  • Der Luchs ist nicht scheu, sondern er verlässt sich auf seine Tarnung, hat dadurch geringe Fluchtdistanzen und kann daher bei Begegnungen mit Menschen vertraut wirken.
  • Für Angriffe von gesunden Luchsen auf Menschen in freier Wildbahn konnten keine Belege gefunden werden. Auch für Kinder stellt der Luchs keine Gefahr dar.
  • Übergriffe von Luchsen auf Nutztiere (Schafe oder Ziegen) können vorkommen, sind in Mitteleuropa jedoch selten.
  • Die Hauptbeute des Luchses in Mitteleuropa ist Schalenwild (Rehe, Gämsen, Rotwildkälber).
  • Das Wild (z.B. Rehe) verhält sich bei Anwesenheit des Luchses häufig weniger kalkulierbar und ändert seinen Rhythmus. Die Verhaltensanpassung der Beutetiere an die Anwesenheit des Luchses kann deren Sichtbarkeit beeinflussen und eine Bejagung erschweren.
  • Eine dichterelevante Reduktion der Beutetiere ist, unter den derzeit in Österreich vorherrschenden Bedingungen, unwahrscheinlich.
  • Der Luchs kommt mit der Kulturlandschaft in Mitteleuropa gut zurecht, so lange es genug deckungsreiche Landschaften und genügend Beutetiere gibt.
  • Die räumliche und zahlenmäßige Entwicklung einer Luchs-Population (Populationstrends) kann nur durch ein langfristiges Monitoring dokumentiert werden.
  • Luchse sind in Österreich durch mehrere internationale und nationale Schutzbestimmungen streng geschützt und dürfen nicht bejagt werden.
  • Die größte Gefahr für Luchse in Mitteleuropa geht von illegalen Tötungen aus.

Etwas ausführlicher:

Weiterlesen „Positionspapier Luchs“

Wolf

„Er ist wieder da“ – und mit ihm ein Österreich-Zentrum für Bär und Co. – ein Kommentar von Kurt Kotrschal aus „DiePresse“ am 19.02.2019

Das neue Zentrum ist unterfinanziert und vertritt die
Minderheiteninteressen von Jagd und Landwirtschaft, nicht aber des Artenschutzes. Konflikte sind damit vorprogrammiert.

Die gute Nachricht: Auf Betreiben von Ministerin Elisabeth Köstinger und
der zuständigen Länder wird es ein „Österreichzentrum Bär, Wolf und
Luchs“ im Raum Gumpenstein in der Steiermark geben. Das ist ein auch vom
WWF vorsichtig begrüßter Fortschritt, da Wolf & Co bislang Ländersache
waren, obwohl sie mit Grenzen nicht viel anfangen können. Die schlechte
Nachricht für eine Mehrheit von artenschutzbewegten Österreichern –
nicht nur in den Städten – ist aber, dass im Zentrum die Nutzer den Ton
angeben werden, also Landwirtschaft und Jagd. Die NGOs, wie WWF oder
Naturschutzbund dürfen – wenn sie Glück haben – das Zentrum beraten,
bleiben aber von den Entscheidungen ausgeschlossen.

Allein die bescheidenen Mittel lassen an der Ernsthaftigkeit des
Vorhabens zweifeln: 120.000 Euro werden für die Geschäftsstelle
veranschlagt, 100.000 für die Begutachtung von Schadensfällen und
DNA-Analysen und weitere 100.000 Euro sollen in Pilotprojekte, wie
Herdenschutz fließen. Um ein konfliktarmes Zusammenleben mit Wolf & Co
zu erreichen, brauch man aber neben dem Herdenschutz vor allem gutes und
daher relativ aufwändiges Monitoring und Freilandforschung. Dafür gibt
es aber kein Budget. Wie will man ohne Wissensbasis managen? Für die
Förderung des Herdenschutzes steht übrigens seit ein paar Wochen ein gut
gefüllter Topf aus dem EU Landwirtschaftsbudget zur Verfügung. Es wäre
fahrlässig, sich diese Mittel im Gegensatz zu anderen Ländern nicht
abzuholen, etwa weil man – wie zu hören ist – keine Freude damit hat,
sich von außen über die Schulter schauen zu lassen.

Die Jagdorientierung des Zentrums zeigt sich auch daran, dass dort der
„Wolfsbeauftragte“ des Landes Salzburg, Mag. Dr. Hubert Stock den Ton
angibt. Bezeichnenderweise berichtete er über die Einrichtung des
Zentrums zuerst in „Österreichs Weidwerk“ (Feb. 2019). Besonders
erstaunlich ist das Editorial des Herrn Stock, in dem zu lesen ist: „Er
ist wieder da – Zum Glück jedoch nicht Adolf Hitler wie im gleichnamigen
Roman von Tibor Vermes, für viele aber nicht weniger schreckenerregend
–, der Wolf!“ Ein Vergleich von Wölfen mit Hitler! – geht es noch
irrationaler? Herr Stock hat natürlich jedes Recht, der Öffentlichkeit
zu zeigen, wes Geistes Kind er ist, aber qualifiziert ihn das als Leiter
des Zentrums? Zu Recht beschwerte sich deswegen der Naturschutzbund über
den Verlust der Verhältnismäßigkeit im Umgang mit dem Wolf.

Zudem vertritt Stock ziemlich irrationale Abschussszenarien, phantasiert
im Widerspruch zur Gesetzeslage von der „jagdlichen Bewirtschaftung des
Wolfes“, scheint aber nicht allzu viel von Herdenschutz zu halten. Das
ist die verkehrte Logik, will man die Situation befrieden. Immer noch
scheint man davon auszugehen, dass man „das Problem“ mit Abschuss lösen
kann. Man sollte aber auf Herdenschutz setzen, will man nicht immer
wieder böse Überraschungen erleben, etwa durch durchziehende Wölfe. Die
können jederzeit und überall auftauchen, ist doch mittlerweile ganz
Europa Wolfszone.

Das neue Österreichzentrum zu Bär, Wolf und Luchs ist offenbar gut
gemeint, aber zu gering finanziert und es vertritt die
Minderheiteninteressen von Jagd und Landwirtschaft, nicht aber des
Artenschutzes. Konflikte sind damit vorprogrammiert, mit den
Weidetierhaltern selber, die man immer noch im Regen stehen lässt, mit
den NGOs und mit einer aufmerksamen Öffentlichkeit.

Wolf

Neues Dossier „Nachbar Wolf: Wie gelingt das Zusammenleben“ der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe

Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe hat ein neues Dossier heraus gegeben, bei dem es um die Möglichkeiten des Zusammenlebens mit dem Wolf geht.

Hier steht das Dossier als PDF zum Download zur Verfügung.

Sie finden dieses und weitere interessante Downloads auch auf der Homepage der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe: https://www.gzsdw.de/broschueren_download

Wolf

Fakten zum Herdenschutz in Österreich und im Alpenraum

PDF zum Download hier

Autor: Kurt Kotrschal

(Stand Nov 2018)

Wolfsverhalten und die Notwendigkeit von Herdenschutz

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Kurt Kotrschal mit Herdenschutzhund

Ob wir auch in Österreich wieder nachhaltig mit Wölfen zusammenleben können, wird die Qualität des Herdenschutzes entscheiden. Viele Beispiele zeigen, dass dieser angepasst an jede Geländeform möglich ist. Der Wolf ist sicherlich nicht der „Totengräber“ der Weidewirtschaft“, wohl aber eine zusätzliche Erschwernis.
ww
„Wolfsfreie Zonen“, etwa in Analogie zu „rotwildfreien Zonen“, lösen das Problem der Nutztierverluste nicht, da Wölfe sehr bewegliche Tiere sind und schwieriger zu bejagen als Rotwild. Es würde in solchen Zonen immer wieder zu Verlusten an ungeschützten Weidetieren durch durchziehende Wölfe kommen. Zudem lernen durchziehende Jungwölfe (Disperser) dadurch von Nutztieren zu leben und werden somit zu „Problemwölfen“ gemacht. Wenn „wolfsfreie Zone“ bedeutet, dass man dort die Ansiedlung von territorialen Rudeln verhindern will, wäre das im Sinne von Schadensvermeidung kontraproduktiv.

Verhaltensbiologischen Erkenntnisse zeigen, dass

  1. etablierte Rudel sehr effizient „dichteabhängige Regulation“ praktizieren. Damit steigen lokale Wolfsdichten nicht an, weil sie Nachbarrudel auf Distanz halten und durchziehende Wölfe vertreiben oder töten.
  2. effizienter Herdenschutz von Beginn der Wolfseinwanderung an praktiziert werden muss, weil Wölfe damit angehalten sind, sich auf Wildtiere als Beute zu spezialisieren; sie geben diese Traditionen im Rudel an ihre Nachkommen weiter und sorgen so für eine lokale „Befriedung“. Bejagung von Wölfen kann diese Regulationsmechanismen stören. Untersuchungen zeigen, dass mit der Bejagung von Wölfen Nutztierschäden steigen können.

Weiterlesen „Fakten zum Herdenschutz in Österreich und im Alpenraum“

Tierschutz

Tierschutz im Sinne der Selbstachtung und der Nachhaltigkeit

Autor: Kurt Kotrschal

Kurt Kotrschal mit seiner Hündin Bolita

Globale Erwärmung, Artensterben, Migrationskrisen … offenbar geht die Welt ziemlich rasant vor die Hunde (die natürlich am allerwenigsten dafür können) – und manche Leute haben nichts Besseres zu tun, als sich um Tierschutz zu kümmern? Ist das nicht angesichts der vielen Bedrohungen der völlig falsche Fokus? Nun ja – das billige Fleisch im Supermarkt mag dessen Produzenten (wir nannten sie früher Bauern) jenen Preisdruck bescheren, der sie dazu zwingt, ihre Tiere als Sachen zu behandeln. Trotz aller Bemühungen läuft die Intensivtierhaltung alles andere als Tier- und Artgerecht. Es dominieren Raumenge und Reizarmut, es werden Ferkel immer noch ohne Betäubung kastriert und Rinder unter unsäglichen Qualen über tausende Kilometer einem grausamen Tod entgegengekarrt.

Weiterlesen „Tierschutz im Sinne der Selbstachtung und der Nachhaltigkeit“

Fischotter

Positionspapier Fischotter

PDF zum Download hier

Fakten zum Fischotter: Die aktuelle Lage in Österreich

Autor: Erhard Kraus

(Stand: Dez. 2018)

  • Fischotter wurden in Österreich durch den Menschen beinahe ausgerottet.
  • Ihre Rückkehr ist auf natürliche Weise erfolgt. Es wurden keine Fischotter ausgesetzt.
  • Fischotter erbeuten nicht nur Fische, sondern auch Kleinsäuger, Wasservögel, Krebse und Amphibien.
  • Dass Fischotter die Vorkommen seltener Muscheln, Krebse und Amphibien gefährden, ist falsch.
  • Ein negativer Einfluss des Otters auf Fischbestände in Fließgewässern ist nicht zweifelsfrei nachzuweisen.
  • Es besteht kein Zweifel, dass Fischotter in bewirtschafteten Teichen große Probleme machen können.
  • Eine faire Abgeltung des Wertes getöteter Nutzfische und eine Förderung der Teichwirtschaft, welche Abwehr-Maßnahmen und andere Naturschutzleistungen belohnt, ist ein sinnvolles Ziel.
  • An Fließgewässern ist eine schonende Bewirtschaftung wünschenswert – ohne die Gewässer mit Zuchtfischen zu besetzen, bei gleichzeitiger Förderung der Wildfische.
  • Unser aktueller Wissensstand reicht nicht aus, um behördliche Entscheidungen zur Tötung von Fischottern zu rechtfertigen.
  • Eine Intensivierung der Grundlagenforschung beim Fischotter würde mehr gesellschaftliche Akzeptanz für behördliche Entscheidungen bringen.
  • Die in den Bundesländern NÖ, OÖ und Kärnten erlaubten Ottertötungen sind nicht EU-rechtskonform.

Weiterlesen „Positionspapier Fischotter“