Wolf

Positionspapier Wolf

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Fakten zum Wolf: Die aktuelle Lage in Österreich

Autor: Kurt Kotrschal

(Stand: Dez. 2018)

In Kürze:

  •  In Österreich gibt es zur Zeit drei Wolfsrudel, seit 2016 eines im Truppenübungsplatz Allentsteig. Seit 2018 zwei weitere im Grenzgebiet zu Tschechien, teils mit Schwerpunkt seiner Aktivität auf tschechischem Gebiet; in Östereich leben daher derzeit samt Durchzüglern etwa 25 Wölfe.
  • Wölfe wurden nirgends in Europa ausgesetzt, auch nicht in Österreich; sie breiten sich selbständig und rasch aus, weil sie eine gute Nahrungsbasis vorfinden und weil die Vermehrungsrate hoch ist. Wölfe breiten sich generell rasch in die Fläche aus.
  •  Wölfe sind in Europa umfassend geschützt, durch die Berner Konvention und die Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie der EU; in Österreich sind sie als jagdbares Wild in den Jagdgesetzen geregelt, aber ganzjährig geschont. Seit 2012 gibt es übrigens einen breit akkordierten Wolfsmanagementplan (Rauer et al. 2012). „Problemwölfe“ treten äußerst selten auf, wie die Erfahrungen aus Deutschland zeigen.
  • Zwei repräsentative Umfragen (Im Auftrag Kurier und WWF) vom Herbst 2017 belegen, dass etwa 70% der Österreich die Wiederkehr der Wölfe begrüßen, nicht nur die Leute in den Städten, sondern auch am Land. Wölfe sind heute für Menschen so gut wie ungefährlich. Jegliche Panikmache ist daher ungerechtfertigt.
  • Wölfe zeigen eine rasche Flächenausbreitung. Einmal etabliert, steigen aber ihre Dichten nicht, weil sie sich effizient selber regulieren (dichteabhängige Regulation durch starke, von etablierten Rudeln ausgehende Interaktionskonkurrenz).  Eine routinemäßige Bejagung ist daher eher kontraproduktiv und kann den Druck auf Weidetiere sogar erhöhen´. „Wolfsfreie Zonen sind weder gesetzlich möglich, noch biologisch sinnvoll.
  • Herdenschutz ist in den meisten Lagen gut mit vertretbarem Aufwand möglich/nötig. Er verhindert weitgehend den Verluste von Weidetieren durch Wolf und kann dazu beitragen, Verluste durch andere Ursachen (Krankheit, etc.) zu vermindern. Herdenschutz ist DER Schlüssel, um die Konflikte mit und um den Wolf zu minimieren. Er ist auch aus ‚Tierschutzgründen erforderlich. Nach einer neuen EU-Richtlinie (Nov. 2018) sind Weidetierverluste durch Wolf zu 100% abzugelten.

Etwas ausführlicher: 

  1.  Bestand: In Österreich gibt es zur Zeit (Nov. 2018) drei Wolfsrudel, seit 2016 eines im Truppenübungsplatz Allentsteig. Seit 2018 zwei weitere im Grenzgebiet zu Tschechien, teils mit Schwerpunkt seiner Aktivität auf tschechischem Gebiet; in Österreich leben daher derzeit samt Durchzüglern etwa 25 Wölfe, davon mindestens etwa 10 Jungwölfe. Es besteht also kein Grund zur Panik. Aufmerksame Gelassenheit ist gefragt. Es wurde übrigens genetisch nachgewiesen, dass die beiden Rudel von 2018 nicht einfach Abspaltungen aus Allensteig sind, ihre Gründertiere sind vielmehr aus der Lausitzer Gegend zugewandert. Jungwölfe auf Partnersuche (Rudelneugründung) wandern gewöhnlich sehr weit (um die 1000km).
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  2. Ausbreitung: Wölfe wurden nirgends in Europa ausgesetzt, auch nicht in Österreich; sie breiten sich selbständig und rasch aus, weil sie eine gute Nahrungsbasis vorfinden und weil die Vermehrungsrate hoch ist. Wölfe breiten sich generell rasch in die Fläche aus. Jungwölfe können pro Nacht mehr als 60km zurücklegen. Wo aber bereits Rudel etabliert sind, steigt die Wolfsdichte nicht weiter an, weil Wölfe effizient „Selbstregulation“ praktizieren, also Nachbarn, bzw. Durchzügler auf Distanz halten oder töten. Bejagung kann sich negativ auswirken und Vermehrungsraten, sowie den Druck auf Weidetiere erhöhen.
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  3. Schutz: Wölfe sind in Europa umfassend geschützt, durch europäische (Fauna-Flora-Habitat Richtlinie), Berner Konvention und nationale (Jagdrecht, in Österreich sind sie als jagdbares Wild in den Jagdgesetzen geregelt, aber ganzjährig geschont) (1) und dürfen nur in Ausnahmefällen aus schwerwiegenden Gründen und nach Einzelfallprüfung „entnommen“ werden. „Problemwölfe“ treten äußerst selten auf, wie die Erfahrungen aus Deutschland zeigen; das sind Tiere, welche entweder die Scheu vor Menschen verloren haben oder trotz praktiziertem Herdenschutz (s. unten) in erheblichem Ausmaß Weidetiere töten. Illegale Abschüsse sind ein Verbrechen und werden behördlich verfolgt. Diskussionen über Erhalt des Schutzstatus versus „regulieren“ laufen europaweit. In Österreich existiert ein gültiger, zwischen Behördenvertretern, NGOs, Wildbiologen,  Jagd und Landwirtschaft akkordierter Plan zum Wolfsmanagement aus 2012 (2). Seltsamerweise steigt die Skepsis gegenüber dem Wolf mit dem Wohlstand eines Landes (3). Daher sollte man, anstatt zu diskutieren, OB man Wölfe will oder nicht, sich pragmatisch  darauf konzentrieren, WIE wir auf Dauer mit Wölfen leben können.
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  4. Wollen die Österreicher die Wölfe und sind sie gefährlich?: Die Wiedereinwanderung der Wölfe ruft auch in Österreich nicht nur Freude hervor (4,5). Zwei repräsentative Umfragen (Im Auftrag Kurier und WWF) vom Herbst 2017 zeigen aber, dass etwa 70% der Österreich die Wiederkehr der Wölfe begrüßen, nicht nur die Leute in den Städten, sondern auch am Land. Natürlich erschweren Wölfe teils Weidetierhaltung und Jagdwirtschaft. Wölfe sind heute für Menschen so gut wie ungefährlich. Jegliche Panikmache ist daher ungerechtfertigt. Natürlich besteht auch weiterhin keine Gefahr beim Schwammerlsuchen oder beim Spazierengehen mit Hund, selbst in Wolfsterritorien. Auch die Kinder können auch weiterhin gefahrlos im Freien spielen.  Es gibt auch biologisch/ökologische, ethische und gesellschaftspolitische Argumente pro Wolf. So halten Wölfe Rotfüchse, Goldschakale und andere mittelgroße Beutegreifer kurz und sorgen damit für eine reichhaltige Kleintierfauna, fördern also das Niederwild. Die Bejagung durch Wölfe kann sich zudem positiv auf die Gesundheit von Schalenwild auswirken. Neben solchen ökologischen Argumenten werden auch ethische demokratiepolitische Gründe pro Wolf vorgebracht.
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  5. „Regulieren“? Wölfe zeigen eine rasche Flächenausbreitung. Einmal etabliert, steigen aber ihre Dichten nicht, weil sie sich effizient selber regulieren (dichteabhängige Regulation durch starke, von etablierten Rudeln ausgehende Interaktionskonkurrenz) (6). Das Beispiel Deutschland zeigt, dass es über weite Bereiche auch ohne Eingriffe in die Wolfsbestände  geht. Verluste an Weidetieren können sogar mit der Wolfsbejagung steigen (7,8,9). Prinzipiell sind Wolfsdichten von den Beutetierdichten abhängig. Die effizienteste Kontrolle der Wolfsdichte besteht daher darin, die Wilddichten zu verringern, besonders beim Rot-, Reh- und Schwarzwild. Wolfsfreie Zonen, wie sie etwa für die Alpen von diversen Interessensvertretern gefordert werden,  sind aufgrund der Gesetzeslage (10), aber auch wegen des Zuwanderungsdrucks weder realistisch, noch praktikabel. Für betroffene Weidetierhalter bieten wolfsfreie Zonen keinen Schutz, weil aus angrenzenden Gebieten ständig Wölfe einwandern werden. Daher müsste selbst in solchen Zonen Herdenschutz betrieben werden.
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  6.  Schlüsselfaktor Herdenschutz: Eine Hauptkonfliktzone gibt es um Weidetiere. Herdenschutz klappt wenn er sachgerecht und rechtzeitig durchgeführt wird (beginnend vor der  Ankunft der Wölfe, 11). Dazu gibt es bereits reiches know how aus Deutschland, der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern. Da durchziehende Wölfe an jedem Ort und jederzeit in Österreich auftauchen können, ist niederschwelliger, vorbeugender Herdenschutz für ganz Österreich zu empfehlen. Weidetierverluste sind übrigens sofort an die zuständigen BHs zu melden. Praktische Hinweise zum Herdenschutz gibt es auf diversen Homepages. Herdenschutz dient auch dem Tierschutz der Weidetiere und der „Erziehung“ der Wölfe: Wölfe töten ihre Beute nicht immer „tierschutzkonform“. Zudem lernen Wölfe, dass ungeschützte Schafe einfache Beute sind. Elektrozäune etc. bewirken das Gegenteil und lokale Wölfe lernen so, sich eher an Wildtiere als Beute zu halten. Diese Tradition wird innerhalb der Rudel weitergegeben. Nur funktionierender Herdenschutz ermöglicht ein konfliktarmes  Zusammenleben mit dem Wolf. Almwirtschaft und Wölfe müssen einander daher nicht ausschließen, wie etwa positive Beispiele aus der Schweiz zeigen. Sowohl Wolf als auch Weidetierhaltung sind ökologisch begründete gesellschaftliche Anliegen. Es muss daher beides möglich sein, es braucht dafür aber ein gesamtgesellschaftliches Engagement und effiziente Verwaltungsstrukturen, einerseits was das Wildmanagement und andererseits was die Entwicklung und Förderung schadensvorbeugender und –begrenzender Maßnahmen betrifft (12,13,14). Nach einer neuen EU-Richtlinie (Nov. 2018) sind Weidetierverluste durch Wolf zu 100% abzugelten (15). In Österreich sind dafür die Jagdverbände zuständig, weil Wölfe jagdbares Wild sind. Die Kompensationszahlungen werden aber dennoch zunehmend von der öffentlichen Hand übernommen (drum a dien BH melden). Es wird empfohlen, Herdenschutz ebenfalls zu fördern. Dies ist in den westlichen Bundesländern der Fall; Oberösterreich und die östlichen Bundesländer haben aber diesbezüglich noch erheblich Nachholbedarf. Schadensabgeltung gebührt der Landwirtschaft, nicht aber der Jagd. Wölfe leben vorwiegend von Schalenwild, das sie (mit Ausnahme der nicht heimischen Mufflons) nicht ausrotten. Zur Gesunderhaltung von Reh- und Hirschpopulationen und zur Kontrolle der Wildschweine können sie aber in erheblichem Ausmaß beitragen. Rechtlich gehört übrigens Wild weder den menschlichen, noch den wölfischen Jägern, beide haben aber ein Aneignungsrecht. Auch im Kulturland ernähren sich Wölfe zum allergrößten Teil von Schalenwild, aber die Wildbretverluste durch Wolf bleiben vergleichsweise gering. Pro Jahr sterben etwa in Österreich an die 40 000 Rehe durch den Straßenverkehr; diese überfahrenen Rehe könnten theoretisch 1000 Wölfen ernähren (!).
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  7. Forschung: Flächendeckendes best-practice Wolfsmonitoring und eine Begleitung durch wissenschaftliche Top-Forschung ist erforderlich. Derzeit gibt es wesentlich zu wenig Wildtierforschung und zu wenige Forschungsgruppen. Das gilt nicht nur für den Wolf.  Management braucht Wissen, um nicht Blindflug zu produzieren. Das gilt auch für die mögliche Entfernung von (gut zu definierenden) „Problemwölfen“  im Sinn der FFH-Richtlinie.
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  8. Brauchen/wollen wir Wölfe? Der Schutz der Wölfe ist in der Berner Konvention und in der FFH-Richtlinie der EU vorgegeben und daher für alle Mitgliedstaaten eine rechtliche Verpflichtung. Die Rückkehr der Wölfe entspricht auch dem mehrfach repräsentativ erhobenen der österreichischen Bevölkerung. Zudem können sich Wölfe günstig auf Biodiversität, Ökologie (z.B. naturnahe Waldentwicklung) und Wildgesundheit (z.B. 16) auswirken. Wölfe sind daher natur-und artenschutzrelevant, nicht bloß Konkurrenten, sondern potentielle Verbündete von Jagd und Jägern zur Gesunderhaltung des Wildes und auch von Förstern und Waldbesitzern zur Begrenzung des negativen Schalenwildeinflusses auf die Entwicklung der Wälder.
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  9. Eine längst fällige Debatte: Die großen Beutegreifer triggern Diskussionen um eine längst fällige gesellschaftliche Auseinandersetzung. Damit können Wolf & Co. zu zentralen „flagpole species“ für ein Umdenken in der Gesellschaft führen, dass wir nicht alleine auf der Welt sind und dass Menschen nicht das Bewirtschaftungsmonopol für Natur und Landschaft beanspruchen können. In einem der reichsten Länder Europas und der Welt muss es allein aus Solidarität mit vielen schwächeren Regionen möglich sein, die Rückkehr der großen Beutegreifer Wolf, Bär, Luchs, der großen Greife oder auch des Fischotters im Einklang mit den berechtigten Interessen der Landnutzer zu organisieren.
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  10. Häufige Argumente gegen Wolf (s. z.B. 17):
  • Ist als Art ungefährdet: Stimmt global und auch für Europa, lokale Unterarten sind aber gefährdet; Österreich  ist Treffpunkt einiger Populationen (Italien, Polen, Karpaten, Balkan)  und daher potentiell wichtig zur Erhaltung der genetischen Diversität und als Migrationskorridor.
  • Wölfe haben keinen Platz in der Kulturlandschaft: Das Beispiel Deutschland zeigt, dass es dennoch möglich ist; aufgrund der Habitatansprüche und Beweglichkeit der Wölfe lassen sie sich nicht auf wenige und zu kleine Schutzgebiete beschränken.
  • Die Europäischen Wölfe sind keine „reinen Wölfe“, sondern Hybride mit Hunden: Es stimmt, dass alle europäischen Wölfe Hundegene tragen (18,19). Wölfe tauschen mit Hunden selten aber doch seit 35.000 Jahren Gene aus, sind aber dennoch eine „gute“ Art.
  • Herdenschutz vielfach nicht möglich: Das ist schlicht falsch, erfolgreiche Beispiele gibt es aus Deutschland, der Schweiz, etc. Herdenschutz muss sachgerecht und lokal angepasst durchgeführt werden. Er ist mit Aufwand verbunden und wirkt nie absolut, sondern macht es für Wölfe unattraktiv Weidetiere zu erbeuten. Lokale Rudel, die Schafe in Ruhe lassen, können hilfreich sein, weil sie Durchwanderer fernhalten.
  • Wölfe fressen Wildbret und schädigen die Jagdwirtschaft: Wölfe sollen ja Wildtiere erbeuten und keine Weidetiere. Davon gibt es im Wesentlichen zu viel. Wild ist nicht Eigentum der Jäger. Sie haben ein Aneignungsrecht, wenn sie es erlegt haben; das gilt auch für Wölfe. Sie rotten Wild nicht aus, verändern aber u.U. dessen Verhalten und machen es vor allem im Rahmen des Revierjagdsystems möglicherweise schwieriger zu bejagen. Jagd sollte aber nicht nur Wirtschaftsform sein, sondern sich auch um den Artenschutz annehmen.
  • Wölfe schädigen den Wald: Das Gegenteil ist der Fall; Wölfe könne sich günstig auf die Naturverjüngung auswirken („wo der Wolf geht, wächst der Wald!“); allerdings gibt es kaum gesichertes Wissen dazu.
  • Angst der Bevölkerung: Es stimmt, dass in den vergangenen Jahrhunderten Wölfe – selten aber doch – Menschen töteten (20). Hintergrund war ein starker Mangel an natürlicher Beute und teils auch die Tollwut. Dass heute von Wölfen eine sehr geringe Gefahr ausgeht, zeigt das Beispiel Deutschland mit der am schnellsten wachsenden Wolfspopulation der Welt, hunderten Wölfen und bislang keinen kritischen Vorfällen mit Menschen. Völlig ausschließen kann man diese aber nicht.

Literatur

1 Kristoferitsch, H. (2017): Der Schutz des Wolfes im Lichte des Völker-, Unions- und österreichischen Rechts. Bakk.-Arbeit WU Wien.

2 Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf (2012): Wolfsmanagement in Österreich. Grundlagen und Empfehlungen. Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Veterinärmedizinische Universität Wien. 24 S.
3 Kojola, I., Hallikainen, V., Helle, T., Swenson, J.E. (2018): Can only poorer European countries afford large carnivores? PLoS ONE 13(4): e0194711. https://doi.org/10.1371/journal.
4 Chapron, G. et al. (2014): Recovery of large carnivores in Europe’s modern human-dominated landscapes Science 346, 1517; DOI: 10.1126/science.1257553
5 Mech, D.L. (2017): Where can wolves live and how can we live with them? Biological Conservation 210: 310–317.
6 Cassidy, K.A. et al. (2017): Sexually dimorphic aggression indicates male gray wolves specialize in pack defense against conspecific groups. Behavioural Processes 136: 64–72.
7 Wielgus, R.B., Peebles, K.A. (2014): Effects of Wolf Mortality on Livestock Depredations. PLoSONE 9(12): e113505. doi:10.1371/journal.pone.0113505
8 Fernández-Gil, A., Naves, J., Ordiz, A., Quevedo, M., Revilla, E., Delibes, M. (2016): Conflict Misleads Large Carnivore Management and Conservation: Brown Bears and Wolves in Spain. PLoS ONE 11(3): e0151541. doi:10.1371/journal.pone.0151541
9 Imbert, C., Caniglia, R., Fabbri,E., Milanesi, P., Randi, E., Serafini, M., Torretta, E., Meriggi, A. (2016): Why do wolves eat livestock? Factors influencing wolf diet in northern Italy. Biological Conservation 195: 156–168.
10 WWF Presseaussendung vom  02. Mai 2018 zur parlamentarischen Anfragebeantwortung (OTS) durch Umweltministerin Elisabeth Köstinger:  Köstinger erteilt „Wolf-Freihaltezonen“ eine klare Absage.
11 Zahlreiche Qellen, s. auch Memo zum Herdenschutz K. Kotrschal (2018)
12 Mettler, D. und Hilfiker, D. (2017): «Change-Management» am Beispiel der Schafsömmerung und der Rückkehr des Wolfes. Agrarforschung Schweiz 8: 388–395.
13 European Wilderness Society (2018): RAMUZ Alp: Herding sheep in the living room of the Calanda Wolf pack.
14 Herdenschutzrichtlinie Schweiz, des Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, Bundesamt für Umwelt BAFU, Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften (2016).
16 Strnadova, J. (2000): Die Beziehung Wölfe-Wildschweine-Schweinepest in der Slovakei 1994-1998.
17 S. v.a. Printmedien; z.B. auch: Jagd Österreich: Positionspapier zum Thema „Wölfe in Österreich“ (2018)
18 Randi, E. et al. (2014): Multilocus Detection of Wolf x Dog Hybridization in Italy, and Guidelines for Marker Selection. PLoS ONE 9(1): e86409. doi:10.1371/journal.pone.0086409
19 Pilot, M. et al.: Widespread, long-term admixture between grey wolves and domestic dogs across Eurasia and its implications for the conservation status of hybrids. doi: 10.1111/eva.12595

20 Linnell, J.D.C. et al (2002): The fear of wolves. A review of wolf attacks on humans. NINA Report (2002)

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2 Gedanken zu „Positionspapier Wolf“

  1. Herdenschutz klappt in Deutschland überhaupt nicht. Egal wie hoch die Zäune sind, egal ob HSH in der Herde, die Wölfe reissen unsere Weidetiere. Sind in keiner Form scheu und nachtaktiv
    Man sieht sie am hellen Tag einzeln oder zu mehreren auf dem Weiden, in der Nähe der Wohnhäuser und durch die Dörfer laufen. Dazu kommt noch, das viele sogenannte Wölfe Hybriden sind. Wenn wir zukünftig unsere Weidetiere im Stall halten wollen, unsere Kinder nicht mehr in der Natur spielen können, sollten wir uns für den Wolf entscheiden. Es gibt ca. 20 000 Wölfe in Europa und Russland. Da frsgt man sich doch, was dieser überzogene Schutz soll

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    1. Diese Ansicht teilen wir nicht, weil wesentliche Themen wie Herdenschutz, Gefährdung von Menschen, Wolfshybriden etc. viel zu pauschal und in sachlich nicht haltbarer Weise abgehandelt werden.
      Herdenschutz klappt sehr wohl, wenn er fachgerecht durchgeführt wir (s. links im Herdenschutztext). Dass viele Wölfe Hybriden seien (gemeint ist wahrscheinlich F1), ist schlicht falsch und dass man Wölfe gelegentlich untertags und in der Nähe von Dörfern und Weiden sieht, ist ziemlich normal und der dichten Nutzung von Landschaft geschuldet. Solange damit keine Übergriffe verbunden sind, ist das auch nicht bedenklich und Wölfe, die diesbezüglich zu nahe kommen, dürfen ja lagal abgeschossen werden. Wolfsschutz, bzw. –management ist auf europäischer, bzw. nationaler Ebene geregelt, eine Diskussion darüber ist im Moment daher wenig sinnvoll. Wie bei anderen Wildtieren auch ist es nicht sinnvoll, Wölfe erst schützen zu wollen, wenn sie am Aussterben sind.

      Kurt Kotrschal

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